Der mündige Patient – ein Wandel im Arzt-Patientenverhältnis

Lange war das Verhältnis zwischen Arzt und Patient klar definiert. Der Patient erscheint, schildert seine Beschwerden, der Arzt fragt nach, führt Untersuchungen durch, erstellt eine Diagnose und legt die erforderliche Therapie fest. Der Patient tut, was man ihm sagt und wird gesund. Punkt. Im Laufe der Zeit sind diese Rollenmuster aufgebrochen und der „mündige Patient“ steht dem Arzt als jemand gegenüber, der verstehen will, was er hat und welchen Sinn die Therapie hat, die der Arzt ihm vorschlägt, was die Konsequenzen sind, wenn er der Therapie folgt oder diese ablehnt. Das Patientenrechtegesetz im BGB formuliert diese Mündigkeit und die daraus erwachsenden Aufgaben folgendermaßen: „Behandelnder und Patient sollen zur Durchführung der Behandlung zusammenwirken“.

Doch wie ist das in der Praxis? Was die Anforderungen an den Arzt sind, scheint relativ klar zu sein; aber können und wollen auch alle Patienten so „zusammenwirken“ wie es erforderlich ist?

Fortsetzung folgt